GoreTex Transalpinerun
GoreTex Transalpinerun
Ainringer SC-Berglaufdamen mit Bravour über die Alpen
Barbara Tassani-Prell und Bärbel Schmölzl erkämpfen Platz 5
Sexten/Ainring. Mit Bravour erkämpfen sich die beiden Berglauf-Amazonen des SC Ainring, Barbara Tassani-Prell und Bärbel Schmölzl, als „Icebug Team Björn Daehlie“ am Start, beim „4. Gore-Tex Transalpine-Run“ vom heimischen Ruhpolding ins südtiroler Sexten den ausgezeichneten fünften Gesamtrang der Damen-Kategorie.
Insgesamt begaben sich 241 Zweier-Teams aus 28 Nationen auf die 300 Kilometer lange und 15.000 Höhenmetern, extreme Strecke, die in acht Tagesetappen aufgeteilt war.
Bis zum sechsten Tag war mit SC-Vorstand Stephan Tassani-Prell noch ein weiterer heimischer Bergläufer aussichtsreich im Rennen. Wegen eines Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel konnte der 37jährige Routinier, für das Team Salomon am Start, jedoch das Rennen nach fünf Tagen im blauen Trikot des Gesamtführenden der Mixed-Kategorie, nicht beenden. Dies war umso bedauerlicher, da Tassani mit seiner schweizer Teampartnerin Gaby Steigmeier nicht nur die ersten vier Etappen in der „Mixed-Kategorie“ gewinnen konnten und nach dem ebenfalls verletzungsbedingten Ausfall ihrer stärksten Konkurrenten „Team Naturpark Lechtal“ am fünften Tag den Vorsprung in der Gesamtwertung auf 39 Minuten ausbauen konnten. Dies bedeutete sogar Gesamtrang Zehn unter allen Männerteams, noch vor so namhaften Ultra- und Bergläufern, wie dem siebenfachen deutschen 100-Kilometer-Meister Michael Sommer mit Partner Frank Stephan (Team DB-Schenker) oder dem ehemaligen deutschen Berglaufmeister Eckart Wagner (Team Leki). So blieb Tassani nach drei erfolgreichen Teilnahmen am Transalpine-Run bei der vierten Auflage zum Schluß nur noch die Zuschauerrolle.
Umso erfreulicher das Abschneiden seiner Ehefrau Barbara, die nach ihrem gemeinsamen hervorragenden dritten Gesamtrang in der Mixed Kategorie 2006 mit zwei Etappensiegen nun zusammen mit Freundin Bärbel Schmölzl in der Damenkategorie mit Rang fünf unter 20 gestarteten Damenteams, abermals eine Top-Plazierung mit nach Hause bringen konnte.
Der Erfolg der Ainringer Skiclubdamen resultierte unter anderem aus dem hervorragenden „Teamgeist“ der beiden Ausdauersportlerinnen und der Kampfkraft und Willensstärke von Bärbel Schmölzl, sowie der großen Erfahrung, Einfühlungsvermögen und läuferischen Klasse von Barbara Tassani-Prell.
Als besonders schwierig stellte sich für alle Teilnehmer die extreme Länge der Etappen heraus. „Zwei Ultras mit jeweils knapp 50 Kilometern und 2.800, bzw. 2.100 Höhenmetern im Auf- und Abstieg innerhalb drei Tagen, waren einfach für die meisten Teilnehmer zuviel“, so Tassani im südtiroler Zielort Sexten. Daraus resultierte, daß von den 241 in Ruhpolding gestarteten Zweierteams lediglich 169 Teams das Ziel in Sexten erreichten. Das entspricht einer Ausfallquote von 30 %.
Großartigen Sportsgeist demonstrierte auch das heimische Masterteam „Ruhpolding“ mit Sepp Schneider, der als einer der wenigen, ebenso wie Barbara Tassani-Prell das Ziel ohne größerer Probleme auf einer der acht extrem harten Etappen erreichte, und Armin Hohenadler, die sich oft vor allem auf den langen, steilen Anstiegen mit dem „Salomon Team“ um Stephan Tassani-Prell zusammenschlossen und eine Art „Chiemgauer Seilschaft“ bildeten. So landeten die Sieger des Chiemgauer Ultras (100 Kilometer Sepp Schneider/100 Meilen Armin Hohenadler) am Ende auf einem bravourösen elften Platz in der hart umkämpften Masterkategorie.
Auf den 300 Kilometern mußten die Alpinläufer über die Kammerköhralm (1.580 m) an der Steinplatte, das Gebrajoch (1.782 m), Henlabjoch (1.863 m), über die Murnauer Scharte (1.967 m), die Roßwegscharte (2.062 m), den Wildkogel-Gipfel (2.224 m), die „Birnlücke“ (2.669 m), den Speikboden (1.948 m), dem höchsten Punkt der Tour – der Rieserfernerhütte am Gänsbichljoch (2.800 m), der Grübelscharte (2.394 m) dem Ratsberg (1.822 m), die Lückele Scharte (2.545 m), dem Gwengalpen-Joch (2.466 m) und die Dreizinnenhütte (2.405 m), um nach Sexten zu gelangen.
Der Transalpine-Tross machte Station in den Etappenorten Ruhpolding, St. Ulrich am Pillersee, Mittersill, Neukirchen am Großvenediger, Prettau im Ahrntal, Sand in Taufers, Antholz, Niederdorf im Hochpustertal und Sexten.
Großartige Sieger des 4. Gore-Tex Transalpine-Runs wurden bereits zum dritten Mal nach 2005 und 2006 die Italiener Silvano Fedel und Ettore Girardi vom „Team Triathlon Trentino A“ in einer Gesamtzeit von 28 Stunden 28 Minuten 15 Sekunden vor dem Allgäuer Team „BLT Laufsport Saukel-Haglöfs“ mit dem ehemaligen Nationalbergläufer Tobias Brack und dem Ultra-Spezialisten Mathias Dippacher (29:50:01 Stunden). Auf Rang drei der „Männer-Kategorie“ lagen am Ende die beiden jungen Venezuelaner Alexis Arreaza und Yanis Povea in 32:21:56 Stunden.
Wesentlich schneller waren jedoch die beiden Deutschen Sieger der „Master Kategorie“ (BLT Laufsport Saukel-Haglöfs Masters) mit den mehrmaligen Rennsteiglaufsiegern Thomas Miksch und Christian Stork (29:59:48 Stunden). Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden der südtiroler Vorjahressieger aus dem Etappenort Niederdorf, Eugen Innerkofler und Manfred Wurzer, hatten die Allgäuer auf die zweitplazierten Spanier Ferres Esteve Canal und Pascual Jordi Martin (Seleccio Catalana Feec Team) einen Vorsprung von stolzen 36 Minuten. Als drittes Masterteam konnten sich die südtiroler Brüder Martin und Hans Nocker (Team Antholz / Wioleboch) in Szene setzen.
Die Damenkategorie dominierten die Kanadierinnen Tracy Garneau und Nicki Haugan (37:12:58 Stunden). Zweite wurden das aus dem Zielort stammende „Team Alpin Lauf Sexten“ mit Elisabeth Egarter und Martina Pfeifhofer in 37 Stunden 43 Minuten und 52 Sekunden vor Simone Philipp und Barbara Guranti vom Team „Running – Das Laufmagazin“, die für die Strecke 42:24:02 Stunden benötigten.
Die „Mixed Kategorie“ wurde nach dem Ausscheiden der Vorjahressieger „Naturpark Lechtal“ und des favorisierten „Team Salomon“ mit Gaby Steigmeier und Stephan Tassani-Prell vom Südtiroler Team „Hotel Lindenhof-Adidas Naturns“ mit Gertraud Höllrigl und Norbert Platzgummer in 34 Stunden 41 Minuten und 29 Sekunden gewonnen. Den zweiten Platz in dieser Kategorie belegte das „Team Sport Paul Ultrasports“ mit Resi Zepf, zusammen mit ihrem Bruder Rainer Bitzer (35:10:05 Stunden). Dritte wurde das österreichische „Team Rückenwind“ mit Anita Waiß und Andreas Mühlbacher in 35:12:39 Stunden.
Bei der stimmungsvollen Abschlußparty wurde nach der großen Siegerehrung und feierlichen Vergabe der „finisher shirts“ bis in die Morgenstunden gefeiert. Alle Teilnehmer waren sich trotz der teilweise schmerzhaften Aufgaben einig: Das war wieder eine perfekt organisierte Veranstaltung. Nach der Verabschiedung freuten sich alle Teilnehmer auf ein Wiedersehen 2009, dann wieder auf der alpineren aber kürzeren „Westroute“ von Oberstdorf nach Latsch.